Borzoi – auch als russische Windhunde bekannt – faszinieren seit Jahrhunderten durch ihre elegante Erscheinung, ihre Sanftmut und ihre unbestreitbare Schönheit. Wer einmal mit einem Borzoi zusammengelebt hat, weiß: Diese Hunde sind anhänglich, liebevoll und außergewöhnlich feinfühlig im Umgang mit ihren Menschen. Sie strahlen eine stille Würde aus, die nicht nur Hundefreunde sofort in ihren Bann zieht.
Doch so sanft und zart Borzoi wirken – ganz ohne innere Stärke sind sie nicht. In einigen Zuchtlinien zeigt sich bis heute ein ausgeprägter Schutzinstinkt. Diese Hunde spüren sehr genau, wenn ihre Familie oder ihre „Schäfchen“ – oft auch Kinder – bedroht werden könnten. Wer ihnen aggressiv entgegentritt, muss damit rechnen, dass der Borzoi unerschrocken Stellung bezieht. Wichtig dabei: Er ist kein von Natur aus aggressiver Hund, sondern einer, der reagiert, wenn er oder seine Bezugspersonen provoziert oder bedroht werden.
Zwischen Anmut und Abgrenzung
Auch im Kontakt mit anderen Hunden zeigen Borzoi ein bemerkenswert differenziertes Verhalten. Während sie andere Windhunde oft still und selbstverständlich akzeptieren, verhalten sie sich gegenüber fremden Rassen mitunter erstaunlich rigoros. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Borzoi Konkurrenten verbellt oder ihnen unmissverständlich klar macht: „Dies ist mein Raum, hier hast du nichts verloren.“
Dieses Verhalten mag überraschen, passt es doch scheinbar nicht zum Bild des aristokratisch anmutenden Hundes. Aber es ist Teil ihrer jahrhundertealten Prägung: In ihrer Heimat Russland wurden Borzoi zur Wolfsjagd eingesetzt. Dort war absolute Furchtlosigkeit gefragt – ein Hund, der vor Härte zurückschreckt, konnte nicht bestehen.
Der unerschrockene Jäger
Die Geschichte erklärt vieles: Borzoi wurden über Jahrhunderte auf Mut, Ausdauer und Standhaftigkeit gezüchtet. Im Team stellten sie Wölfe, hielten sie fest, bis der Jäger kam. Diese Aufgabe verlangte Instinktsicherheit, ein klarer Blick für Freund und Feind – und den Mut, sich mit einem ebenbürtigen Gegner auseinanderzusetzen.
Noch heute tragen Borzoi dieses Erbe in sich. In ihrem Kern sind sie unerschrocken, auch wenn sie längst keine Wölfe mehr jagen müssen. Stattdessen begleiten sie uns als Familienhunde, die ihre edle Haltung und ihre Sensibilität mit einem wachsamen Kern verbinden.
Fazit
Borzoi sind nicht nur edel und liebenswert, sie sind auch Hunde mit Charakter. Ihre Schönheit geht Hand in Hand mit einem Schutzinstinkt, der in manchen Linien stärker ausgeprägt ist als in anderen. Wer mit einem Borzoi lebt, erlebt eine spannende Mischung aus aristokratischer Eleganz, sanfter Zuneigung und unerschrockenem Mut. Ein Hund, den man niemals unterschätzen sollte – und gerade deshalb so lieben kann.

