Fionas Weg voraus

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Man sagt, alte Hunde sterben nicht. Sie können es einfach nicht.

Sie sind nur vorausgegangen – nur einen Schritt vor uns, jenseits des sichtbaren Weges. Spät in der Nacht, wenn tiefe Stille herrscht, kann man sie noch erahnen: ihren ganz eigenen Duft, vertraut und weich wie eine Kuscheldecke. Man meint, ihr sanftes Atmen aus dem Nebenzimmer zu hören. Wenn man ganz achtsam lauscht, spürt man vielleicht ihre Nase auf der Hand oder der Wade – ein zartes Hauchen an der Grenze zwischen Sein und Fortsein.

Wenn es für uns an der Zeit ist, die Augen endgültig zu schließen, werden wir ihnen wieder begegnen. Denn sie haben uns nie verlassen und werden es auch niemals tun. Und wenn wir unsere Augen wieder öffnen, werden wir begrüßt von strahlenden Blicken und einer wedelnden Rute – als wäre die Trennung nur ein böser Traum gewesen.

Ein guter Hund nimmt den größten Teil deines Herzens mit, wenn er geht. Er wird Teil deiner Seele und wandert mit dir – durch Tage und Nächte, durch Erinnerungen und Hoffnungen. Auch wenn du ihn nicht siehst, kannst du ihn spüren: in deinem Herzschlag, in jedem Atemzug.

Für diejenigen, die von einem wahrhaft treuen Hund berührt wurden, begann das Leben wirklich erst im Moment des Kennenlernens.

Magische Hunde sterben nicht. Sie hüten unsere Träume, weben Licht in dunkle Stunden und lassen nur das Gute durch die Tore unseres Bewusstseins. Sie wachen über uns – im Leben und jenseits der Grenzen.

Ein guter Hund ist ein Geschenk, selten und unermesslich kostbar. Auch wenn sie nur für eine kurze Weile bei uns sind, verlieren wir sie nie wirklich. Wir verlieren sie nur aus den Augen – und das ist allein unser Fehler. Denn wahre Liebe lässt sich nicht auslöschen. Sie leuchtet weiter, über Krankheit und Tod hinaus. Sie gehört uns, und wir gehören ihr – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und darüber hinaus, bis wir gemeinsam zu den Sternen zurückkehren.

Fiona war mehr als eine Hündin; sie war eine leuchtende Spur in den Leben all jener, die sie kannten. Geboren Ende 2014, trug sie Titel und Auszeichnungen, die ihre Schönheit und Substanz unter Beweis stellten. Sie stolzierte durch Ausstellungen, glänzte in Wettkämpfen, gefiel durch Anmut, Bewegung und unermüdliche Zuneigung.

Doch es waren ihre stillen Momente, in denen sie uns am tiefsten berührte: wenn sie leise am Fenster saß oder sich den Wind um die Ohren wehen ließ. Oder wenn sie sich eng an jemanden schmiegte, als gäbe es keinen besseren Ort auf der Welt.

In all dem blieb sie eine Seele voller Nähe, Vertrauen und Aufmerksamkeit.

Inspiriert durch den Beitrag „Old dogs don’t die; they can’t.“ von Leigh Hester, K9 Companion Dog Training, Port Jervis, NY, 3. September 2018.


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