Tipps von Marina zur Zahnpflege bei Barsois (und anderen Hunden)
Manche sagen, das Lächeln eines Barsois sei sein stilles Geheimnis – sanft, elegant, fast aristokratisch. Doch wie jedes gute Geheimnis will es gepflegt werden.
Unsere Freundin Marina, erfahrene Hundekennerin und Spezialistin in Sachen Mundhygiene, hat uns ein paar wertvolle Tipps verraten, die wir unbedingt weitergeben möchten.
1. Zähneputzen? Ja, bitte – aber richtig!
Die Vorstellung, einem Barsoi mit einer Zahnbürste zu Leibe zu rücken, mag zunächst komisch wirken. Doch mit ein wenig Routine wird es zur Selbstverständlichkeit.
- Fingertipps statt Gewalt: Beginne mit sanften Berührungen am Maul, ohne gleich die Bürste ins Spiel zu bringen.
- Hundezahnpasta: Niemals menschliche Zahnpasta verwenden – Fluorid kann für Hunde giftig sein. Es gibt spezielle, meist nach Geflügel oder Rind schmeckende Pasten, die Akzeptanz schaffen.
- Regelmäßigkeit: Einmal täglich geputzt – das ist der Goldstandard für ein strahlendes Barsoi-Lächeln.
- Werkzeuge mit Feingefühl – von Fingerling bis Ultraschall: Nicht jede Bürste ist gleich – und nicht jeder Hund mag Borsten. Für den Einstieg eignet sich ein weicher Fingerling aus Silikon, der sich sanft über die Zähne führen lässt und zugleich Vertrauen schafft. Wer etwas mehr Routine hat, kann zu einer weichen Zahnbürste für Hunde greifen – idealerweise mit abgerundeten Borsten und ergonomischem Griff. Für Technikfreunde gibt es sogar spezielle Ultraschallbürsten für Hunde, die völlig geräuschlos arbeiten und besonders gründlich reinigen – ganz ohne mechanischen Druck.
2. Kauartikel: Der natürliche Zahnarzt
Harte Kauartikel – Rinderhaut, getrocknete Sehnen oder spezielle Dentalknochen – reinigen die Zähne mechanisch. Aber Achtung:
- Nicht zu hart, sonst drohen Risse im Zahn.
- Nicht zu weich, sonst bringt’s nichts. Marina empfiehlt die „mittlere Härte“ – etwa getrocknete Rinderhaut, naturbelassen und ohne Zusätze.
3. Ernährung macht den Unterschied
Eine ausgewogene Ernährung beugt Zahnstein und Maulgeruch vor.
- Trockenfutter kann zur Zahnreinigung beitragen,
- Nassfutter sollte dagegen nicht überwiegen. Marina schwört auf ein leichtes, proteinreiches Menü mit etwas Karottenanteil – das sorgt nicht nur für glänzende Zähne, sondern auch für gesundes Zahnfleisch.
4. Zahnstein – erkennen und handeln
Zahnstein entsteht, wenn sich Zahnbelag (Plaque) mit Mineralien aus dem Speichel verbindet und verhärtet. Das sieht man meist zuerst als gelblich-braune Verfärbung entlang des Zahnfleischrandes, besonders an den Eckzähnen und Backenzähnen.
- Geruch und Farbe verraten viel: Ein unangenehmer Maulgeruch oder dunkle Beläge sind Warnzeichen.
- Fühlen hilft: Wenn du vorsichtig mit einem sauberen Fingernagel über den Zahn fährst und eine raue Schicht spürst, ist Zahnstein vorhanden.
Viele Halter wissen nicht: Leichte Beläge lassen sich oft selbst vorsichtig entfernen – mit speziellen Dental-Scalern für Hunde, die in gut sortierten Tierfachgeschäften erhältlich sind.
Aber Vorsicht: Nur, wenn der Hund ruhig bleibt und du dich sicher fühlst. Bei tieferem Zahnstein oder empfindlichem Zahnfleisch ist der Gang zum Tierarzt immer die bessere Wahl.
Und auch hier gilt: Vorbeugen ist der beste Schutz!
Regelmäßiges Putzen, Kauen und gesunde Ernährung halten den Zahnstein oft ganz fern – und ersparen deinem Hund (und dir) den Stress einer Behandlung unter Narkose.
5. Regelmäßige Kontrolle
Wie bei uns Menschen gilt: Früher erkennen heißt besser behandeln.
Ein Blick ins Maul alle paar Wochen genügt: Sind die Zähne gelblich verfärbt, das Zahnfleisch gerötet oder riecht der Atem ungewöhnlich stark? Dann lieber zum Tierarzt.
Zahnstein lässt sich professionell entfernen – je früher, desto stressfreier.
6. Und das wichtigste: Geduld
Marina sagt: „Ein Barsoi ist keine Maschine – er spürt jede Stimmung. Wer selbst entspannt ist, wird Erfolg haben.“
Mit Leckerchen, Lob und ein wenig Humor wird die Zahnpflege zur Routine, die Bindung stärkt und das Wohlbefinden sichtbar verbessert.
Fazit
Ein gepflegtes Hundegebiss ist kein Luxus, sondern Lebensqualität.
Und wenn dein Barsoi dich das nächste Mal mit seinem sanften Blick anschaut – und dabei leicht das Maul öffnet – wirst du wissen, dass sich die Mühe lohnt.
Wichtig zu wissen: Die sogenannte „Zahnreinigung mit Ultraschall ohne Narkose“ wird häufig in Hundesalons angeboten – ist aber medizinisch umstritten. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz warnt vor Risiken und verweist auf fehlende Tiefenreinigung und mögliche Stressbelastung für das Tier. Mehr dazu im ausführlichen Merkblatt.
Hast du eigene Tipps oder Fragen zur Zahnpflege bei Hunden?
Schreib uns gern unten in die Kommentare – Marina liest mit und antwortet persönlich.


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